Wir schreiben das Jahr 1864, und in einer Adelsfamilie in Frankreich wurde ein Junge geboren, der den Namen Henri erhielt. Das Schicksal meinte es von Geburt an nicht gut mit ihm: Als kleiner Junge war er sehr oft krank, litt unter brüchigen Knochen, häufige Brüche heilten schlecht, und das war auch der Grund dafür, dass er die Beine eines Jungen hatte und nur eineinhalb Meter groß war. Als ob all das noch nicht genug wäre, litt er auch unter einer Sprachbehinderung und war aufgrund von Gesichtsfehlbildungen auch nicht besonders gutaussehend. All diese gesundheitlichen Komplikationen und körperlichen Defekte hatten offenbar ihren Ursprung in den Eheschließungen unter Familienmitgliedern.
Vor dem Spott seiner Umgebung und seinem nicht gerade glücklichen Schicksal fand er Zuflucht in der Malerei, der er mehr als die Hälfte seines Lebens widmete. Was ihm an körperlicher Erscheinung fehlte, wurde ihm durch sein Talent wettgemacht, das er auf der Leinwand voll zur Geltung bringen konnte. Sein Werk umfasst tausend Gemälde, er widmete sich auch der Plakatmalerei. Inspiration suchte er in seinem bohemischen Lebensstil; er war ein häufiger Besucher von Montmartre, das voller Vergnügungsstätten und leichter Mädchen war; seine Musen waren Tänzerinnen. Sein Stil wurde dem Impressionismus und Postimpressionismus zugeordnet.
Schon als kleiner Junge begann er sich der Malerei zu widmen. Später besuchte er Künstlerateliers und Vergnügungslokale im berühmten Pariser Stadtteil Montmartre. Er scheute sich nicht, die Realität und auch weniger schöne Dinge zu malen; er bevorzugte einen natürlichen, ungekünstelten Ausdruck. Bereits zu Lebzeiten gewann er Bewunderer, was nicht jedem Maler gelingt. Was die finanzielle Seite betraf, litt er keinerlei Not, da ihn seine Mutter unterstützte. Im Alter von dreiundzwanzig Jahren begann sein Alkoholkonsum zuzunehmen. Zu seinen Bewunderern zählte sogar Pablo Picasso selbst.
Er starb im Alter von knapp 37 Jahren in einer Klinik, in die er wegen seiner Alkoholabhängigkeit eingewiesen worden war; er litt zudem an Syphilis im fortgeschrittenen Stadium, und sein Körper wurde nach und nach von Lähmungen zerstört.